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Begriff und Arten von Domains

letzte Änderung 18.2.2006

Bei Netzwerken, die mit dem TCP/IP Protokoll arbeiten, also auch im Internet, ist jeder Rechner über eine numerische Adresse identifiziert. Eine IP-Adresse besteht aus vier durch einen Punkt getrennten Zahlen, die jeweils einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen können (etwa 193.80.248.11).

Somit ist auch jeder Internet-Server durch seine IP-Adresse eindeutig im weltweiten Netz identifizierbar. Da solche Zahlenkombinationen nicht sehr anwenderfreundlich sind, wurden die Domains eingeführt. Hiebei handelt es sich nur um die Umwandlung der IP-Adresse in Buchstaben und Wörter, etwa für die obige IP-Zahl: www.nextra.at. Die erste Bezeichnung bedeutet dabei, dass der Server dem World Wide Web angehört, das zweite Wort dient der Individualisierung des Unternehmens (Second Level Domain) und bei der letzten Buchstabenkobination handelt es sich um die sogenannte Top Level Domain, die entweder für

a) ein Land steht - country code TLD (ccTLD): at = Österreich, de = Deutschland, it = Italien, us = Amerika, usw.(darunter auch die begehrten exotischen Abkürzungen wie tv = Tuvalu oder cc = Cocos Islands) 
(Übersicht über alle ccTLDs bei IANA) oder 

b) eine bestimmte Gattung - generic TLD (gTLD): com = kommerzielle Angebote, edu = Bildungseinrichtungen, gov = staatliche, mil = militärische Einrichtungen und org = nicht kommerzielle Organisationen, sowie die neue generische Top Level Domains, nämlich .info, .biz, .name, .pro, .museum, .coop und .aero

Für das Aufsuchen von Websites wird praktisch ausschließlich dieses DNS verwendet. Die Bezeichnungen bekommt man entweder als Tipp von anderen Internetnutzern, aus Zeitschriften (meist auch schon in der Werbung enthalten), von Briefanschriften oder Visitenkarten und von den Suchprogrammen im Internet, bei denen man nur Stichworte eingeben muss (mit dem Firmenkern erzielt man meist gute Ergebnisse). Häufig ist es auch möglich, die richtige Adresse einfach zu erraten (z.B. www.orf.at, www.ibm.com, www.oebb.at, www.bmw.com), es dürfen nur keine Umlaute und kein "ß" verwendet werden.
Seit März 2004 sind auch Umlaute und bestimmte Sonderzeichen erlaubt, man spricht von "IDN-Domains".

Eine Domain ist meist Ausgangspunkt mehrerer Anwendungsbereiche z.B.:

Beachte: Für die Funktion des Internet wird die Domain nicht benötigt. Das technische System Internet funktioniert sogar ohne das aufgepfropfte Domainwesen schneller, weil die ständige Domainauflösung (die Anfrage an einen Name-Server, welche IP-Zahl hinter einer Domain steht) entfällt. Das Computernetz muss bei Eingabe einer Domain immer erst die für die Maschine ausschließlich maßgebliche IP-Zahl ermitteln. Das Domainwesen ist nur eine Erleichterung für den Menschen. Allerdings hat im Laufe der Zeit die Verknappung der IP-Adressen dazu geführt, dass nicht mehr jeder Domain eine IP-Adresse zugewiesen wurde, sondern auf einem Webserver mit einer IP-Adresse eine Vielzahl von Websites gehostet wurde. In diesem Fall verteilt der Webserver die Anfragen auf "seine" Domains.

Der Wert einer Domain

Dass Domains einen enormen wirtschaftlichen Wert (vor allem für die Werbung) haben können, zeigt der fast skurille Fall des Zwergstaates Tuvalu (26 km², Hauptstadt Funafuti). Dieser winzige Inselstaat in der Nähe der Fidschi-Inseln mit 11.000 Einwohnern erhielt bei der Verteilung der Länder-Domains die Endung tv zugewiesen, die offenbar eine enorme Anziehungskraft für große Fernsehanstalten hat. Eine kanadische Marketing-Firma kaufte nämlich dem Staat die Domain für ATS 300 Millionen zuzüglich einer jährlichen Einnahmenbeteiligung, die weitere ATS 800 Millionen bringen könnte, ab (siehe ORF-Artikel); ähnliche Geschäfte dürften die Weihnachtsinseln (cx) und Cocos Island (cc, siehe Firma Libro) gemacht haben (ORF-Artikel)

Insgesamt ist aber der Verkauf von Länderdomains die Ausnahme, während mit Second-Level-Domains (die Domains, die unter einer ccTLD oder gTLD registriert werden) häufig gehandelt wird. Man findet im Internet zahlreiche Foren, wo man Domains kaufen oder verkaufen kann (z.B. Sedo). Teilweise werden Domains auch versteigert. Auch eine österreichische Domain hat schon einen beträchtlichen Wert errreicht; die Domain "mozart.at" wurde für 1,3 Mio Schilling verkauft, was allerdings nichts ist, gegen die 12 Millionen Dollar, für die die Domain sex.com den Inhaber gewechselt hat (ORF-Artikel)

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